Das zweite Meeting in Eisenach

Vavra Nebojsa, Stefan Del Re, Rudolf Sailer, Christian Schönbeck, Paul Steixner, Siegfried Bachmayer, Marek Janas, Jan Kucharski, Dariusz Miernowski, Karol Miernowski, Gerlinde Wrießnegger
Vavra Nebojsa, Stefan Del Re, Rudolf Sailer, Christian Schönbeck, Paul Steixner, Siegfried Bachmayer, Marek Janas, Jan Kucharski, Dariusz Miernowski, Karol Miernowski, Gerlinde Wrießnegger

Im Rahmen der 15. Fachtagung des Netzwerkes der Gehörlosen-Stadtverbände e.V. (Net-Gest) vom 4. bis 7. Januar 2018 wurde auch transnationale Meetings des EB-GS in der westthüringischen Stadt Eisenach durchgeführt.


Das zweite Meeting hat im Rahmen der von Münchener Gehörlosenverband „Net-Gest“ organisierten Fachtagung stattgefunden. Neben zahlreich erschienenen gehörlosen Gästen aus Deutschland und deutschsprachigem Raum warenfünf internationale Gäste anwesend, nämlich vier Vertreter des polnischen und ein Vertreter des bosnischen Gehörlosenverbandes.

Im Mittelpunkt derProjektversammlung stand die Organisation der Kurse in Gebärdensprache. Die Teilnehmenden Partnerverbände präsentierten folgende Ergebnisse zur Recherche: in Leipzig gibt es nur ehrenamtliche Stadtführer ohne Lizenz. Gesucht werden Stadtführer für Frankfurt und Chemnitz. Im Münchener Raum gibt es neun geprüfte gehörlose Stadtführer mit Lizenz, zum Teil mit ASL-, LBG- Kenntnissen, und Kompetenz in Finnischen und Griechischen Sprache. Nach Einschätzung sind ca. 15 Gehörlose in Deutschland als Stadtführer tätig. In Österreich und Italien mussten diesbezüglich noch weitere Recherchen gemacht werden. Als weitere Aufgabe an die Partner wurden Öffentlichkeitsarbeit und Kontaktaufnahme mit städtischen Volkhochschulen und regionalübergreifenden Verkehrsbüros gestellt.

Es wurden Vorschläge zur Gestaltung der Lehrveranstaltungen gemacht und abgestimmt. Rudolf Sailer erzählte als ausgebildeter Stadtführer aus seiner Erfahrung über die Gestaltung der Ausbildung in München und Nürnberg. Nach der Diskussion sind die Beteiligten zum Schluss gekommen, dass ca. 6 Monate für die grundsätzliche Ausbildung ausreichend sind. Die Ausbildung soll in kleinen Gruppen stattfinden. Als Leistungsnachweis soll jede veranstaltende Einrichtung ihre eigene Zertifizierung ausgeben. Solche Zertifikate sollen über Europäische Union anerkannt werden, wozu die Erstellung eines Zertifikats vom Projekt vorgeschlagen wurde.

Während der Besprechung der Ausbildungsinhalte waren sich die Beteiligten einig, dass die Kurse in nicht in Internationaler Gebärdensprache, sondern in jeweiligen Landessprachen angeboten werden sollen. Als problematisch wird jedoch die Einschätzung des Bildungsstandes und Sprachniveaus betrachtet.

Zur Durchführung der Öffentlichkeitsarbeit wurde für das Projekt eine Domain eröffnet. („Erwachsenenbildung in Gebärdensprachen“: eb-gs.eu). Die Verwaltungsverantwortlichen und ihre Aufgaben wurden in einer Diskussionsrunde bestimmt.

Im Rahmen der Fachtagung hielt Rudolf Sailer vor den gehörlosen Zuschauern einen Vortrag über das Leben von Martin Luther, gewidmet dem 500. Jubiläum seiner Bibelübersetzung. Die gehörlosen Gäste unternahmen eine Wanderung zum Schloss Wartburg und nahmen dort in einer Exkursionsführung teil. 

Verlauf


03.01.2018

 

Beschluss eigene Homepage mit zwei Domains www.eb-gs.eu und www.erwachsenenbildung-gebaerdensprachen.eu einzurichten.

05.01.2018

  • Diskussion über die Lage der StadtführerInnen in Gebärdensprachen.
  • In Deutschland gibt es gehörlose StadtführerInnen mit Lizenz.
  • In Österreich gibt es zwar sporadische Stadtführungen aber ohne Lizenz. 

06.01.2018

  • Erfahrung und Aufbau der Kurse je nach Stadt. 
  • Entwicklung von Umfragebogen.
  • Öffentlichkeitsarbeit in der ansässigen Bevölkerung