Das erste Meeting in St. Pölten

Zusammenfassung

Das erste Projekttreffen in St. Pölten wurde der Einführung ins Projekt und organisatorischen Aspekten gewidmet. Zu Beginn der Veranstaltung wurde eine Vorstellungsrunde durchgeführt, während der der Projektleiter Rudolf Sailer die Vertreter der Partnerorganisationen im Namen des Projekts begrüßte. Die Partner stellten sich und ihre Verbände vor und begründeten ihre Motivationen zur Teilnahme am Projekt. Eine der Schwerpunkte des Projekttreffens wardie Heranführung der Partner an die Organisation des Projekts und den Aufbau der Nationalagentur. Ein weiterer Fokus wurde auf das Thema „Projektbudget“ gelegt, unter anderem auf seine Aufteilung und Berichterstattung. Desweiteren wurden die Funktion des Mobility Tools und Dokumentationsweise aller durchgeführten Aktivitäten aufgeklärt. Für den organisatorischen Teil wurden die von der Nationalen Agentur zur Verfügung gestellten Folien verwendet. Alle geplanten Punkte der Tagesordnung wurden eingehalten. Am Ende des ersten Tages wurde von Lukas Huber, Vertreter des Gehörlosenverbandes St. Pölten, eine Stadtführung durchgeführt.

Die anwesenden Projektmitglieder bewährten sich sehr aktiv und engagiert. Seitens der Partnerverbände wurden viele Fragen zur Organisation und Zusammenarbeit gestellt. Während einer der Diskussionsrunden wurde der Titel des Projekts und Herangehensweise bei Medienarbeit bestimmt. An die Partnerorganisationen wurden außerdem Rechercheaufgaben gestellt, beziehungsweise nach bekannten gehörlosen Stadtführern, die die Durchführung der Kurse übernehmen, Ausbildungsstellen, Gebärdensprachdolmetscher, für Kooperation interessierten Einrichtungen (regionübergreifend) zu suchen. 


Nachdem die Bewilligung von der Nationalagentur NA-BiBB (Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung) für das EU-Projekt erfolgte, konnte nun das zweijährige Projekt „Stadtführung in Gebärdensprachen“ aus dem EU-Förder-Programm Erasmus+ am 15. September 2017 gestartet werden. Die Unterzeichnung des Fördervertrages mit NA-BIBB wurde allerdings erst am 13. November 2017 durchgeführt, da von einigen Projektpartnern nachträglich noch fehlende Unterlagen eingereicht werden musste. Das erste Treffen konnte endlich in der niederösterreichischen Hauptstadt St. Pölten am 1. Dezember 2017 organisiert werden, und wurde für drei Tage anberaumt.

Kurze Beschreibung des EU-Projekts Erasmus+

Das Projekt „Aufbau und Vernetzung von Stadtführungen in Gebärdensprache“ wurde vom Vorsitzenden des Netzwerkes der Gehörlosen-Stadtverbände e.V (Net-Gest) aus Deutschland, Rudi Sailer, initiert. Mit Net-Gest, der zugleich als Koordinator fungiert, sind weitere fünf Verbände aus drei verschiedenen Nationen, und zwar aus Österreich, Deutschland und Südtirol (Italien) als Partnerverbände beteiligt. Diese sind der Kärntner Landesverband der Gehörlosenvereine, Gehörlosenverband Niederösterreich, Steirischer Landesverband der Gehörlosenvereine (alle Österreich), Stadtverband der Hörgeschädigten Leipzig e.V. (Deutschland) sowie Ente Nazionale Sordi – Sezione Provinciale di Bolzano (ENS Bozen), auf Deutsch Gehörlosenverband Südtirol (Italien).

 

Das Projekt richtet sich sowohl an gehörlose und schwerhörige sowie hörende Bezugs-Personen mit Gebärdensprachkompetenz. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Wissensvermittlung für gehörlose Menschen im Erwachsenenbildungsbereich barrierefrei zu gewährleisten. Die Kurse für Stadtführungen werden in der zweijährigen Projektphase im deutschsprachigen Alpenraum angeboten, wo es für die gehörlosen Personen eine Möglichkeit gibt in der Muttersprache, und zwar in der Gebärdensprache, sich zu Stadtführerinnen und Stadtführer auszubilden. Diese Personen können dann ihr Wissen selbst an die Gehörlosengemeinschaft weitergeben. Auf diesem Wege wird die Unabhängigkeit und Bildung der Gehörlosengemeinschaft gestärkt. In einem späteren Zeitpunkt ist es geplant, weitere gehörlose Personen aus benachbarten europäischen Staaten, wie beispielsweise Polen, Tschechien, Luxemburg, auszubilden. Dazu bedarf es eine Neu-Konzeptierung, und diese gilt als nächste Herausforderung, um mitteleuropäische Gehörlosenverbände mit ihren hiesigen gehörlosen Interessierten zu einem größeren Netzwerk aufbauen zu können.    

Teilnehmer beim ersten Treffen

Am ersten Meeting (transnationale Projekttreffen) haben fast alle Verbände teilgenommen, und zwar LV-Leiter Lukas Huber (Niederösterreich), LV-Leiterin Gerlinde Wrießnegger (Kärnten), Gabi Zemann (Steiermark), ENS-Vorstandsmitglied Benedikt Gasser (Südtirol) und Net-Gest-Vorsitzender Rudi Sailer (München). Dazu gesellten sich auch noch Co-Koordinator Paul Steixner (Tirol) und Siegfried Bachmayer (Oberösterreich) sowie die hörende Assistentin Veronika Krylova (Studierende des Gebärdensprachdolmetschens der Hochschule Landshut), wobei die beiden Letztgenannten auch für das Protokoll zuständig sind. Leider war ein Vertreter aus Leipzig verhindert.

Bevor das ordentliche Zusammentreffen stattfand, nahmen die ersten Teilnehmenden das Mittagessen in einem chinesischen Restaurant ein. Die Anwesenden übernachteten im City Hotel D&C in St- Pölten für einen oder zwei Tage. Die Sitzungen fanden am Freitag, den 1. Dezember 2017 nachmittags sowie am Samstag, den 2. Dezember 2017 den ganzen Tag mit allen oben beschriebenen Teilnehmenden statt.

Gesprächsthemen in der Sitzung

Es wurden in dieser Sitzung insgesamt zwölf Tagesordnungspunkte für zwei Tage anberaumt. Zuerst wurde eine Vorstellrunde der Kooperationspartner durchgeführt. Schließlich wurde das Kernthema des Projektes „Aufbau und Vernetzung der Stadtführung in Gebärdensprachen“ besprochen. Des Weiteren kamen finanzielles Projektmanagement, Informations- und Betreuungsangebote von NA-BIBB, Organigramm, Projektschritte, Aufgabenaufteilung und viele weitere Themen zur Sprache. Die Finanzierung seitens des Erasmus+ wurde auch erklärt, und die Partnerverbände bekommen auch einen bestimmten Betrag überwiesen, die sie für Spesen, wie etwa Fahrtkosten, Übernachtungen, Tagungsgebühren (auch Kurskosten), Verpflegung zweckgebunden verwenden werden.

 

Für die Koordination dieses Projektes ist Rudi Sailer zuständig. Zum Kernteam gehören noch Paul Steixner, Christian Schönbeck und Siegfried Bachmayer. Es gibt auch eine Assistenz für das Projektteam, das durch drei Studierende der Gebärdensprachdolmetschen (B.A.) der Hochschule Landshut (Bayern) einbezieht. Diese drei hörenden Assistentinnen sind für die Unterstützung wie etwa telefonische Korrespondenzen sowie Kommunikation mit Nationalagenturen ebenso auch schriftliche Arbeiten, wie beispielsweise Korrekturarbeiten, zugeteilt.

 

Es wurde darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung „TouristenführerInnen“ gegenüber „StadtführerInnen“ bevorzugt wird. Ab jetzt werden die Partnerverbände Kontakte mit regionalen Tourismusverbänden oder -büros aufnehmen, um so bald wie möglich mit Kursen für angehende gehörlose TouristenführerInnen anzufangen.

Neuer Domain

Es gab eine Diskussion wegen des Namens, vor allem für die Kurzbezeichnung, für dieses Projekt. Es wurde einstimmig entschieden für „Erwachsenenbildung in Gebärdensprachen“, abgekürzt EB-GS. Die eigentliche wichtige Bezeichnung für dieses Konzept „Stadtführung“ wird nach diesem Wortlaut nachgereiht. Es wird auch noch eine Domain für die Homepage eröffnet. Es gibt eine erste Überlegung für den Namen, und zwar „eb-gs.eu“ (Kurzfassung) sowie „erwachsenenbildung-gebärdensprachen.eu“ (Langfassung). Das Logo wird in nächster Zeit gestaltet werden.

 

Am Sonntag, den 3. Dezember 2017 fand auch noch eine Besprechung des Kernteams statt, was in Zukunft zu machen ist, etwa welche Aufgabenbereiche die jeweiligen Personen übernehmen werden.

 

Sonstiges

Insgesamt werden gemeinsame regelmäßigen Meetings (transnationale Projekttreffen) achtmal an verschiedenen Standorten durchgeführt, wo die Projektpartner sowie der Koordinator  ihren Sitz haben.

 

 

Das nächste Treffen wird im thüringischen Ort Eisenach (Deutschland) stattfinden, wo sich auch in der Nähe das Schloss Wartburg befindet, wo Martin Luther die Bibel in deutscher Sprache übersetzte. Im Hinblick dazu passend ist auch das Thema zum 500. Reformationsjahr, wo auch das Schloss Wartburg besichtigt wird.

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