Gedemi - Gehörlose denken mit

Gehörlosenverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien führten von August 2012 bis Juli 2014 das sehr erfolgreiche Projekt „Gehörlose denken mit:

Förderungpolitischer Bildungsprozesse innerhalb von Gehörlosengemeinschaften der Alpenregion“durch. Hintergrund des Projekts ist es, dass es gerade in Zeiten der UN-Konvention für gehörlose Menschen sehr wichtig ist, sich in die Politik aktiv einzubringen und ihre Rechteeinzufordern.

Da aber Laut- und Schriftsprache für gehörlose Menschen in den meisten Fällen nur schwer zu erlernende „Fremdsprachen“ sind und beispielsweise Gebärdensprach-Dolmetschereinblendungen in den Medien nur selten realisiert werden, sind Gehörlose häufig aus den politischen Informations- und Bildungsprozessen ausgeschlossen.

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Das Projekt hat dem entgegengewirkt, indem systematisch zu 4 verschiedenen Themen (Europäische Integration / UN-Behindertenrechts-Konvention, Kommunalpolitische Beteiligungsmöglichkeiten, Regionale wirtschaftliche Entwicklung, Klima- und Umweltveränderungen) politische Bildungsprozesse initiiert wurden. In regelmäßigen Abständen fanden bei den Projektpartnern Diskussions-veranstaltungen statt, bei denen die gehörlosen Teilnehmer über die jeweiligen Themen diskutierten und sich auf die ca. alle drei Monate stattfindenden Kommunikationsforen vorbereiteten.

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 Zu den von den Teilnehmern der Diskussionskreise vorbereiteten Kommunikationsforen wurden hörende und gehörlose Entscheidungsträger und Politiker eingeladen, die bei den Veranstaltungen den Teilnehmern Rede und Antwort standen. Durch dieses Vorgehen erhielten die gehörlosen Teilnehmereinen guten Überblick über die regionalen politischen Verhältnisse und übten sich darin, bezüglich politischer Standpunkte und Gegebenheiten Fragen zu formulieren, zu begründen, zu vertreten und die Einhaltung von Zusagen/Ergebnissen zu verfolgen.

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Einmal im halben Jahr trafen sich die Leitungsgremien der Projektpartner, um sich über den Verlauf des Projekts auszutauschen und die überregionalen Konferenzen vorzubereiten.

Dieser Austausch war für das Projekt sehr bedeutsam, da alle Projektpartner die Möglichkeit hatten, ihren individuellen Projektstand darzustellen und das weitere Vorgehen zur

Diskussion zu stellen.

Das Gesamtprojektsteam konnten durch dieses reflektierte Vorgehen sicherstellen, dass die gemeinsamen Ziele anvisiert und erreicht werden konnten, die einzelnen Partner konnten bei Unsicherheiten bestärkt und bei den eigenen Maßnahmen unterstützt werden.

Zum Auftakt des Projekts im September 2012 in Deutschland, zum Ende des ersten Projektjahrs 2013 in Österreich, Ende 2013 in der Schweiz und zum Projektende

2014 in der Schweiz fanden überregionale Konferenzen/Kommunikationsforen statt, bei denen die Teilnehmer aller Länder die Gelegenheit hatten, sich über das Projekt, Inhalte, Methoden und Erfolge auszutauschen.

Diese Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens und Austauschens wurde von den Projektteilnehmern sehr geschätzt. Zu Beginn desProjekts entschieden die Projektpartner, ein im Antrag nicht geplantes Auftakttreffen in Erfurt durchzuführen, damit die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz bei einer ersten gemeinsamen Veranstaltung in das Projekt eingeführt und ihnen die Ziele und

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Inhalte des Projekts vorgestellt werden konnten.

Da der Austausch der Teilnehmer als ein immens wichtiger Teil des Projekts wahrgenommen wurde, gab es Ende 2013 noch ein weiteres Treffen der Teilnehmer in der Schweiz. Zum Projektabschluss kamen alle Projektpartner und Teilnehmer darin überein, dass das Projekt dazu beigetragen hat, gehörlose Menschen bei ihrer Teilnahme am öffentlichen politischen Diskurs zu unterstützen und den Weg dafür bereitet hat, dass diese Partizipation in den Partnerorganisationen auch in Zukunft weiter geführt wird.

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Das zweijährige Projekt wurde gefördert von GRUNDTVIG Lernpartnerschaft 2012-2014 über Nationale Agentur (NA-BIBB) - Europa

 

 

 

 

 

 

Zur Mitte des Monates November 2017 starten wir ein europagefördertes Projekt “Stadtführung in Gebärdensprachen“ aus Erasmus+ Erwachsenenbildung, zu dem wir noch eine Pressemitteilung veröffentlichen werden.